Infoladen Café

Bei Getränken und Kuchen wollen wir über Filme, Texte, Thesen, Vorträge und vieles mehr diskutieren. Zum Start gibt es eine dreiteilige Filmreihe über jüdische Perspektiven auf Deutschland und Österreich nach 1945 und der (Un)möglichkeit als Überlebende*r der Shoah hier zu leben.

Mit welchen Themen es danach weiter geht ist noch offen und soll gemeinsam mit allen Interessierten entschieden werden. Ideen und Themen gibt es genug. Alle, die Lust haben Themen in einem Rahmen mit emanzipatorischen Anspruch mal außerhalb von „Der Aufruf muss aber ganz schnell fertig sein“ zu diskutieren; alle die Wert auf einen sozialen Umgang innerhalb einer Diskussion legen; alle die nicht Antisemitismus gegen Rassismus und diesen gegen Sexismus ausspielen wollen, sondern alles gleichzeitig für bekämpfenswert halten, sind herzlich eingeladen für kurz oder länger vorbei zuschauen.

Wenn ihr zu bestimmten Themen Diskussionsbedarf habt, schreibt uns einfach an, damit wir die Themen mit euch vorbereiten können

1# Film – 13.03.11
Spielfilm nach einem Text von Charles Lewinsky, 2005, 89 min.

Der Journalist Emanuel Goldfarb erhält die Einladung eines Lehrers mit der Bitte seinen Sozialkundeunterricht als „jüdischer Mitbürger“ zu besuchen und Fragen der Klasse zu beantworten. Goldfarb beginnt einen Ablehnungsbrief. Er will weder geheucheltes Gutmenschentum ertragen, noch wie eine aussterbende Tierart besichtigt werden. Der Brief erweitert sich zu einem fast neunzig-minütigen Monolog über die Unmöglichkeit in Deutschland „ein ganz gewöhnlicher Jude“ sein zu können.

2# Film – 27.03.11
Dokumentarfilm, 2008, 87 min.

Karl Pfeifer ist Journalist, Antifaschist, war zumindest mal Sozialist und ist: Jude. Als solcher kehrt er nach seiner Flucht 1938 nach Ungarn und 1942 nach Palästina in den 50ern in sein Geburtsland Österreich zurück, in dem man nach seinen Worten als Jude eigentlich nicht in Würde leben könne.
„In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechen… Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben.“

3# Film – 10.04.11
Dokumentarfilm, 2006, 45 min.

Genau wie durch die Staatsgründung Israels der Schutz jüdischer Menschen und Menschen jüdischer Herkunft, nicht mehr anderen Überlassen werden sollte, vertrauten einige Überbende auch hinsichtlich der Konsequenzen aus der Shoah nicht den Alliierten.
Eine israelische Armeeeinheit, die als Teil der britischen Armee in Italien stationiert war, war neben der Tätigkeit als reguläre Armeeeinheit an konspirativ organisierten Aktionen zur Erschießung von NS-Verbrechern beteiligt.
Eine weitere porträtierte Gruppe ist die sog. „Nakam“ (Rache). Ihre Mitglieder hatten nach der Flucht aus Ghettos in Litauen als Partisan*innen gekämpft und überlebt. Nach dem Krieg, wollten sie nicht nur Rache, sondern auch eine unübersehbares Zeichen setzten, als Warnung vor jedem weiteren Versuch der Vernichtung aller Jüdinnen und Juden.


1 Antwort auf „Infoladen Café“


  1. 1 Termine rund um´s Wochenende « Infoportal Wuppertal Pingback am 24. März 2011 um 14:02 Uhr
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